Realität

Realität
Ist
Subjektiv
Subjekt = Verdächtiger
Realität ist verdächtig
        18.10.01 nem

 

ironie des lebens

im zwiespalt der gefühle
verloren im meer der einsamkeit
hin und her gerissen zwischen zwei gedanken
angetrieben durch das laute echo der liebe
gelähmt durch die angst vor dem ertrinken
 
ein unglaubliches spiel unfehlbar an faszination
selbst stetige wiederholung schmälert sie in keinster weise
in diesem kampf bin ich der gladiator
lege mein schicksal nicht in die hände der stars
sondern in meine eigene
 
ist das nicht, wovon wir immer alle reden? und,
wonach wir scheinbar streben?
ist das nicht die ironie des lebens?
gleichzeitig der produzent seines eigenen films
der autor seines eigenen buches zu sein
und doch gelähmter passivist seines eigenen schicksals?
 
soll ich dich jetzt anrufen oder nicht?        12.08.01 for

 

wie?

das leben ist wie ein geschenk (?)
die vorfreude scheint keine grenzen zu kennen
es sieht so vielversprechend
es fühlt sich vielversprechend an
man fängt langsam an, es auszupacken
die schleife
paketband
kantig, scharf
mit bloßen händen unmöglich zu durchtrennen
es tut weh
ein schnitt
trotz steigt auf
jetzt erst recht
denkt man sich
und blutet weiter.
langsam verliert man die kraft,
kaum noch fortschritt,
doch dann ist es geschafft:
enttäuschung
ist das schon alles?
das war’s schon?
dafür die ganze plackerei?
argwohn, zorn, wut
steigt in einem auf,
nach kurzer zeit,
deutlich abgekühlter
-nahezu objektiv-
betrachtet man es wieder
es sieht rund aus
mit jeder menge ecken und kanten
bunt
verpackt unscheinbar
bei tage betrachtet
macht es eindruck
man gewinnt es lieb
man liebt es
man will es nicht mehr hergeben
und dann
wird es einem genommen
langsam und schmerzvoll,
kurz und schmerzlos?     

das leben ist ein geschenk        16.07.01 ca

 

sofa(r)

vergrabe meine augen
in  schmerzen aus sand
das leben ist eine sandburg
körnig
minimalistisch klein
und doch großartig
detailliert
.+

tauche meine liebe
in salzsäure
liebe ist ein chemiebaukasten
endotherme reaktionen
sind gefragt
und doch gibt es selten
ein produkt namens
glück
+.

hülle meine angst
in schweigen aus musik
sehnsucht ist folter
schmerzhaft
zu laut für einen blinden
zu hell für einen tauben.
.+.
        09.07.01 ca

 

Going home (LIFE!)

irgendwie geht jeder nach Hause
ob von der Arbeit
ob von einer Party
ob vom Leben.
es ist ein ständiges
„Wann kommst du denn?“
und „Ich muß jetzt leider schon gehen“.
Jeder denkt an morgen
niemand daran,
dass morgen Heute schon Gestern ist,
dass man gestern nicht mehr leben,
sondern nur noch erzählen,
nicht mehr ändern,
nur noch erinnern kann.
Kaum jemand sieht,
dass das Leben nur eine Aneinanderreihung 
von kurzen Augenblicken ist.
von jetzts, gleichs oder gesterns ist.
nichts bleibt für immer.
alles ist in Bewegung und vergänglich,
heute ist gestern,
morgen ist heute
vielleicht schon das letzte Gestern.

dafür dass ihr mich immer daran erinnerst,
wie vergänglich alles ist.
dafür dass ihr mich immer haltet,
wenn ich schon gehen will.
dafür dass ihr mein gestern, heute und morgen seid.        19.06.01
ca

 

Go, Lance, go!

gebe dem drang
  nach
zu weinen
aus freude
aus angst
aus glück.

es ist eine freude
das leben
es ist angst
das leben
es ist unbegreiflich schön
unerklärlich unfair
es ist nie
wie man es sich vorstellt
und nie
wie man es haben will.

ich würde euch am liebsten
alle in einen sack stecken.
liebe freundschaft familie
leidenschaften.
doch immer fehlt ein stück zum glück
nie ist es komplett
das puzzle des lebens

das rätsel des liebens
und geliebtwerdens      
01.07.01 ca

 

definitiv

definitiv
ist das leben mehr
als disco und frühkölsch vom faß.
definitiv
ist liebe mehr
als ficken und gefickt werden.
definitiv
ist freundschaft mehr
als „hallo“ und „bis morgen“.

dein verstand kurz vor dem nervenzusammenbruch
deine phantasie macht überstunden

und wenn du meinst
du hättest ein wenig verstanden
was es ist
kommt es
mit einem lachen im gesicht
dein schicksal
dein zufall
dein leben

und du fängst wieder
ganz klein an.

definiere:
das leben verstehen zu wollen
ist wie
buchstaben hören zu wollen
musik zu beschreiben.
         22.06.01 ca

 

Ich denke, ich empfinde

Ich denke, ich empfinde
die Empfindung des Denkens
das ist das Zeichen 
meiner Existenz.
Leben ohne Fragen nach dem Ende
das ist der Menschheit ihre Dekadenz.       
12.05.01 nem

 

worte, die nichts sagen

worte, die nichts sagen,
sind nichtssagende worte,
nichts zu sagen,
bedeutet nicht immer,
nichts zu sagen,
nicht gesagte worte,
sind verloren gegangene gedanken,
gedanken illustrieren empfindungen,
verlorenen gegangene gedanken
lassen empfindungen erstarren,
verliebt sein,
heißt nicht immer glücklich sein,
nicht verliebt sein,
bedeutet nicht unbedingt,
inspirationslos zu sein,
erstarrte empfindungen,
machen inpirationslos,
inspirationslos darf niemand sein,
manche sind vielleicht inspirationslos,
dennoch sind sie nicht wortlos,
ihre seele wartet auf eine inspiration       17.04.01 for

 

Segen der Natur

ich glaube ich steh‘ in einem dichten Wald,
umgeben von Tausenden von Bäumen,
und unter all diesen Bäumen
finde ich nicht den richtigen,
die Jahreszeiten verstreichen 
die Blätter beginnen von den Ästen herabzufallen,
am Boden liegend sehe ich sie in verschiedenen Farbtönen,
jedes Blatt am Boden könnte den erstrebenswerten Ursprung haben,
aber der Wind hat mit der Zeit bereits alle Spuren verweht,
plötzlich sehe ich ein Blatt vom Himmel fallen,
es fällt langsam 
wird vom Wind hin und her gewogen,
es scheint, als sei das Blatt ein Spielzeug des säuselnden Windes,
es ist ein besonderes Blatt,
weil es anders ist, als die meisten anderen,
die fad am Boden liegend einen einheitlichen Teppich gebildet haben,
der von tausend Schuhsohlen überlaufen wurde,
meine Augen versuchen die leuchtenden Farben des herabsinkenden Segens bis aufs letzte zu absorbieren,
inspiriert durch Faszination an diesem Abbild,
ich ergreife das Blatt,
lasse es gleichsam langsam und behutsam wie begierig und zielstrebig in meine Hände sinken,
und ich bin glücklich, solch einem Zeichen der Natur begegnet zu sein.        05.02.01
for

 

leben

man wartet immer noch etwas großes
einen knall
doch es ist das was zwischen den tagen passiert
das lange warten auf den feierabend
das langweilige lernen für eine klausur
die kurzen momente des wochendes mit freunden
ein geburtstag einmal das jahr

es wird nichts viel größeres mehr kommen
vielleicht die frau deines lebens
ein kind oder zwei
ein guter job
ein dickeres auto 

nichts was man nicht schon mal im kino gesehen hätte
liebe freundschaft leben

leben heißt
auf große veränderungen zu warten (und hoffen)
wobei sich die größten veränderungen
klammheimlich schon eingeschlichen haben.

leben ist das was passiert,
während man etwas ganz anderes im sinn hat.
leben ist hoffen und enttäuscht werden
getröstet und wieder verletzt werden

kaum etwas ist so allgegenwärtig wie die angst
vor veränderung       20.04.01 ca

 

kugelkopfkrickeleien

jeder mensch ist einsam.
ich fühle mich als der allereinsamste.
nicht dass ich keine tolle familie hätte,
nicht dass ich nicht die besten freunde mein nennen dürfte.
vielleicht ist es liebe,
was ich suche.
vielleicht ist es die liebe,
die ich zu geben versuche
nicht finden kann.
nicht finde.
viele sehen gut aus,
viele sind sehr nett und charmant.
beides sind viele nicht.
nicht viele.
wenn meine stimmung singen könnte,
wenn mein herz schreiben könnte,
wenn ich nicht so hilflos vor diesen alten tasten sitzen würde.
es ist eine qual,
jeder buchstabe eine anstrengung.
und jedesmal bin ich vom ergebnis enttäuscht.
auch diesmal ?
ich liebte meine leben
und tue es noch immer.
doch lebe ich es noch ?        12.06.01 ca

 

duedos.zeroeins.01

rosa gummibärchen sehen rot
pink floyd spielten schon wieder im radio
gummibärchen sind die verschiedenen facetten des lebens
und ich mag wirklich nur die roten
brigaden?
manche sind weich und süß, andere hart und ekelhaft
reise in alle richtungen steh vor weichen mauern und weichem treibsand
niemand kommt mich retten, weder dr. jones noch mrs. croft
nebelschwaden verdecken den horizont
der sinn wie verschleiert, doch "time is nothing"; ich verfolge ihn
immer läuft er mir davon, manchmal erkenne ich ihn schemehaft
viele wege stehen dir offen doch keiner ist der richtige
erst wenn der weg sich lachend zeigt ist die einzige tür verschlossen
kein schlüssel in sicht, nur nebel, keine ahnung wie weiter, <- oder ->?
gummibärchen sind wie das leben, die grünen bleiben immer übrig, weil sie keiner mag.
die hoffnung ist das einzige im leben, was bleibt.
ich muss sie mal versuchen, Versuchung?  
      22.01.01 ca, nem, for

 

liebesterror

ich bin ein terrorist der liebe
hier und da ne autobombe
einen anschlag ab und zu
werde geschnappt
nach 3 jahren auf der flucht
erhalte 3x lebenslänglich
schuldig im sinne der anklage
aber nicht im sinne der moral
strafmass - im namen des volkes
wer hat mich gerichtet?
ich bereue gar nichts
meine moral unterscheidet sich
von der euren
richten darf sich nur jener
der glaubt frei von schuld zu sein
es trieben mich die schwingen der irrationalität.        13.11.00 nem

 

Leben ist Verdrängung

Leben ist die Verdrängung der Wahrheit,
die Wahrheit zu verdrängen.        13.05.00 nem

 

mein Glaubensbekenntnis

JA,
ich glaube an die Ewigkeit
ich glaube an Jesus
ich glaube an Gott.
ich glaube daran
dass es Engel gibt
die uns erlösen werden
ich glaube daran,
dass irgendwann
-sei es nach dem Tod
oder während unseres Lebens-
die ganze Welt sich
in die richtige Richtung drehen wird,
nicht nur um sich selbst herum.       
3.11.98 ca