Die Milchmädchenrechnung

Ihr wollt die Freiheit schützen
die zivilisation retten
die Demokratie bewaren
die seelen vieler opfer befreien
die unschuld ist bei euch!
Ihr wollt Frieden schaffen, friedlich?
Ihr wollt krieg bekämpfen, friedlich?
doch wie ihr diese ziele erreicht
ist fraglich

Krieg für den Frieden!

Ich kann es nicht verstehen wie die menscheit
bei 2000 Jahre christentum die menschen wie
neandertaler nach rache jagen
liebe deinen nächsten....
...halte ihm auch die andere wange hin   
23.09.01 nem

 

generalprobe

häuser stürtzen ein
brechen in sich zusammen
wolkenkratzer
als symbol menschlicher stärke
 
ahnungslose
unschuldige
arme
menschen verlieren ihre leben

grausame gewalt
als symbol menschlicher schwäche
trauer und mitleid
als zeichen unerhörter scheinheiligkeit
 
ein letzter funken menschlichkeit
verloren
übrig geblieben
hoffnungstragend
 
bald wird sich zeigen
ob wir uns
verdienterweise
als menschen bezeichnen
        22.09.01 for

 

geschwiegen

unverhofft kommt oft
positiv wie negativ
realität ist das
woran man glaubt
auch wenn es nicht real ist
es wird schon irgendwie laufen
sagt man
das leben 
wird’s schon nicht hart meinen
denkt man
und die realität schwindet bei tagesanbruch
alles gerät unbewußt in vergessenheit
alltag heißt die wundermedizin
von risiken und nebenwirkungen
war keine rede
ärzte und apotheker
im licht des heiligen Scheins
konsumenten am tiefsten punkt
 des naiven daseins
bitte vergib uns unsere schuld
wie auch wir vergeben unseren schuldigern
doch die frage nach ihm ist mühselig
und für mich auch gar nicht interessant
hatte oft meine wünsche zu dir empor gesandt
die kategorien waren sehr verschieden
hast du etwa deswegen die ganze zeit geschwiegen?
wir haben die ganze zeit geschwiegen   
     16.08.01 for

 

fastgeschenkt

wärst du glücklicher
mit noch mehr glück
mit noch mehr rückenwind
mit noch mehr wohlstand
mit noch mehr autos
mit noch mehr arbeit
mit noch mehr sozialer anerkennung
mit noch mehr mehr
mit noch mehr ablenkung
mit noch mehr konsum
mit noch mehr geld
 
mit noch mehr oberflächlichkeit
und verlogenen werten?

wärst du nicht glücklicher?
wärst du nicht glücklicher?
wärst du nicht?
wärst du?


noch da??        14.08.01 ca

 

forecast

der mond hängst verkehrt herum
die sonne scheint in der nacht,
der hahn kräht am abend
zum aufstehen.
 
flugzeuge schwimmen
computer fühlen,
frauen verstehen männer,
arbeitslosigkeit nimmt ab,
intoleranz wird aus dem duden gestrichen.

visionen halten den menschen am leben.       
04.08.01 ca

 

UV

dass die welt so ist
 wie sie ist
macht mir folgende probleme

dass sie nicht so sein sollte
dass sie nicht so sein müsste 
dass sie nicht so sein dürfte

dass sie so ist
wie sie ist.

(geklaute form 
andere idee)           
30.07.01 ca

 

Sonnenmilch

kann man in folgenden läden erstehen
nicht mit geld

kunst
musik
freundschaft

nachdenken...

doch schon hautkrebs?        30.07.01 ca

 

Sinnlose Zeilen, #2

überall glitzert es
die goldkette um deinen Hals
dein blitzblank geputztes auto in der sonne

die oberflächlichkeit in deinen augen
nur eins glitzert nicht
eins bleibt immer stumm
im dunkeln,
die menschlichkeit,
die toleranz,
die ehrlichkeit,
die zufriedenheit,
die sterne am himmel.

und plötzlich wachst du auf,
es wird schon abend,
und alles, was du siehst

und dir wertvoll erscheint
ist der zerknitterte kontoauszug
auf dem schreibtisch.
keine telefonnr., die es wert erscheint,
gewählt zu werden.
keine freunde,
nur kumpel.
kein john lennon,
nur paul mccartney,
und oberflächlichkeit.        ca

 

did they get you to trade?

(irgend jemand hat mal gesungen)
“there’s so many different worlds,
so many different suns,
and we have just one world,
but we live in different ones...”

es gibt niemals richtig oder falsch
es gibt niemals gut oder schlecht
alles ist relativ.
selbst die liebe zu meinen freunden
(was ist sie noch wert
wenn wir uns streiten?).
nichts bleibt ewig bestehen.
alles ständig in bewegung.
„alles kann, nichts muß“ auch nicht sein!
für mich.
jeder standpunkt ist subjektiv
die welt ist zu groß
um zu kategorisieren
und doch tun wir es jeden tag.

wofür?
es bleibt derselbe kommerzielle käfig
mit denselben sozialen gitterstäben
einem spiegel namens erfolg
und einem freßnapf voll scheinheiligkeit
und leerer versprechen.

suche seit einer ewigkeit 
nach einem geeigneten maß
um diese (wie ich finde) schlechte welt
zu messen.
scheitere jedes mal.

sinn-umbruch         17.06.01 ca

 

leise ist der neue laut

leise töne verhallen ungehört
lautes geschrei wirft ein eindrucksvolles echo zurück
           
zaghafte versuche ersticken schon im keim
raues langen nach dem ziel wird beatmet
           
überdachte aktionen verlaufen im sand
überhastete missionen wie desert storm werden mit medaillen gekrönt
           
immer
gewinnt
die oberflächlichkeit
niemals
gewinnt
            die moral

            der verlierer

            ist.        09.07.01 ca

 

gedanken im sonderangebot

gedanken im sonderangebot
nicht umsonst
menschenmassen am wühltisch
bald ist er leer und
götter gibt es nur noch beim fussball
doch irgendwann kommt er auch dort
der große knall
alle zeiten stehen still für alle zeit
augen sehen was sich versteckte und doch zeigte 
und einige zeit später sich dem ende zu neigte
endlich! der nowhere man ist im nirgendwo angelangt
zeilen werden immer länger 
und die zeit wird immer kürzer
bis zum ende deines lebens
und dann?
der apotheker steht uns frage und antwort
gott ein apotheker?
und risiken und nebenwirkungen –
nur die worte der verräter?
engelsstimmen singen und
sei dir sicher hier spielt die musik
nichts ist ewig und nichts ist endlich
was für eine kathegorie ist diese rubrik?
ein system immanenter fehler
Liebe ist das gefühl welches sich einschleicht
und doch verstummt
wie millionen von verlorenen tränen die im tiefen schnee erstarren
wer wird millionär?
alle
von ihnen gibt es immer mehr
wir legen unsere Träume in die arme der stars
ihr scheitern ist unser scheitern
ihr sieg ist unser sieg
freiheit ist der wind für unsere segel aus demokratie
viele sind konsumenten
und die schweißperlen auf ihrer stirn trocknen nie
ihre herzen hingegen vertrocknen wie pflanzen ohne wasser
wie herzen ohne liebe
steril und unnahbar
in kalten adern sprudelt warme flüssigkeit
rot?
aufwiedersehen liebe zeile
see you liebe welt
meine einsamkeit wird mich nie verlassen
auf sie ist verlass
sie bringt mich dem ende näher
sie bringt mich dazu weiterzumachen
durch worte feuer auf diesem planten zu entfachen
sie hinterlassen krater in meiner seele
narben in meinem herzen
ich bin tot und lebe weiter in trance der unendlichen schmerzvollen einsamkeit
strebend nach dem licht am ende des dunklen tunnels – man sagt es sei freiheit!?
die freiheit zu...          
for + nem

 

freundlichkeit – ein fremdwort?

die welt ist so feindselig
jeden den du berührst
vermutet schon einen anschlag auf sich
jeder den du schief anschaust
fühlt sich herausgefordert

kaum jemand
der dir für lau
ein lächeln schenkt
jeder achtet nur auf äußerlichkeiten
die farbe deines haares
wiegt schwerer
als deine seele selbst
„haste was
dann biste was“
gilt auch für dich und mich

niemand dein freund
auf den ersten blick
nur misstrauen
überall

niemand sieht mit dem herzen
jeder mit den sich so oft täuschenden augen
gut?

kaum jemand bleibt sich selbst treu
wechsel die seiten
so oft du kannst
scheint die maxime
karma chameleon?
mit schicksal hat das nichts zu tun

mir ist nach weinen
doch deine anwesenheit hält mich;
auch davon ab.
zumuten kann man das niemanden
was ist bloß mit den menschen los
nix
oder zuviel?
ist es das ewige
mehr ist besser
schneller größer weiter
?

abstumpfen ist angesagt
bei all den reizen
die einen tag täglich
berieseln.
schnee gibt es keinen mehr.
außer auf dem markt
für lügen und täuschung.

die welt scheint nicht mehr das zu sein
was sie nie war.
freundlich zuvorkommend.
ein spielplatz
für schwarz und rot
für schwarz und weiß
für mercedes und volkswagen

nur noch einerlei
denn zwei(erlei )
sind heute schon einer zuviel.

das wesentlich bleibt noch immer
unsichtbar,
verborgen.        12.04.01 ca

 

wo sind all die guten Zeiten hin?

wo sind all die guten Zeiten hin?
frage ich dich 
frage ich mich

ohne
Drogen und Sex
wie in den 70er,
oberflächliches Getue
wie in den 80er
Kommerz und Konkurrenzdenken
wie in den 90er
scheint es für viele nicht zu gehen.
       
14.10.00 ca

 

die Welt ist unfair

die Welt ist unfair
die Welt ist ungerecht
die Welt kann nur bestrafen
nie erfreuen
die Welt kann nicht
die Guten
von
den Bösen
unterscheiden
in unserer Welt kann man
nicht ehrlich sein
ohne zu verlieren
alles wird falsch interpretiert.       ca

 

Merry Christmas everybody!

Morgen ist
Weihnachten
Die ganze Welt
Versinkt-
Im Kommerz
Die ganze Welt
erstickt-
In Aggression
Die ganze Welt
wird
sentimental
Die ganze Welt.

Du auch?        23.12.97 ca